Ein Kleiderbügel-Museum in Pfaffenhofen

Weil “der Kleiderbügel an sich in seiner Wichtigkeit nicht so recht in den Köpfen der Leute drinne ist”, formuliert es der Ideen-Anstifter Rolf Becker, planen wir tatsächlich ein Pfaffenhofener Kleiderbügel-Museum: “Wir haben bereits viele Formen aus allen möglichen Ländern gesammelt und würden uns weitere alte und originelle Exemplare freuen.” Aber wir sind erst am Anfang unserer Ideensammlung. Noch gibt es kein Konzept, keine Räume, aber wir sammeln schon mal Exponate. Wer uns unterstützen will, darf uns gerne historische Kleiderbügel schicken (Adresse siehe unten). Über unsere Idee haben bereits der Donaukurier (”Michaela Schenk plant ein Kleiderbügelmuseum”) und das P.T. Magazin (”Kleiderbügelmuseum in Pfaffenhofen geplant – historische Bügel gesucht!”) berichtet. Das Echo war überwältigend, viele wollen uns unterstützen.

Der Kleiderbügel ist ein eigentlich völlig banales Produkt und erweist seine Bedeutung erst in dem Moment, wenn er angewendet wird. Wie oft hat sich jeder von uns schon mal über ausgedrehte Haken, zerknitterte Oberteile, ausgebeulte Schulterpartien oder herabfallende Kleidung geärgert. Nur in diesem schmalen Zeitfenster kommt ein guter Kleiderbügel zur Geltung und macht dann Freude, wenn er gut in Funktion und Präsentation der Kleidung ist.

Meine Recherchen haben ergeben, dass der Kleiderbügel, wie wir ihn kennen seinen Ursprung im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa hat. Die ersten Kleiderbügel als Weiterentwicklung zu Holztruhen zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken wurden für Uniformen entwickelt. Es handelt sich um einen massiven Holzbügel mit aufwärtsgebogenen Enden, die zur Stütze der gewichtigen Epauletten an der Uniformjacke diente.

Das einfache Volk hängte zu dieser Zeit seine Joppen auf Haken vornämlich aus Holz, denn Eisen rostete. Um 1800 kamen die hohen Kragen auf und somit wurde die Kleiderbügelform verändert. Um die Hochkragen in Form zu halten, wurden stützende Konterbogen entwickelt.

Aus der vorindustriellen Zeit stammen auch die Bügel mit den langen Holzstäben, die unter dem Haken befestigt sind. Mit Hilfe dieser langen Stäbe konnten die Bügel in hohen Räumen an einer Stange aufgehängt werden. Um die Kleider in den Kleiderkammern zu schützen vor Mäusen und Ratten war diese Art der Aufhängung bevorzugt. Gleichzeitig wurden auch feuchte Kleider über Wärmequellen z.B. in den Kohlebergwerken mit diesem Stab-Bügeln in der ausreichenden Höhe aufgehängt.

Die ersten Serienbügel aus Holz stammen aus dem Erzgebirge.
Mit dem Aufkommen der Konfektion Anfang unseres Jahrhunderts nahm auch die Kleiderbügelproduktion ihren Aufschwung. Der Kleiderbügel wurde nun serienmäßig gefertigt und die Fabriken wurden vergrößert. Der Vorläufer des MAWA Clip (K30 D), der Bügel an dem das Prinzip der Wäscheklammer weiterentwickelt wurde, stammt aus meiner Heimat Hamburg und wurde um 1900 patentiert.

Eine schier unüberschaubare Formenvielfalt bei Kleiderbügeln entstand mit zunehmender Mobilität und Reiselust um die Jahrhundertwende. Aus dieser Zeit stammt auch das Patent des drehbaren Hakens. Das meist verwendete Material für einen Holzkleiderbügel war und ist die Rotbuche, die zäh, wenig elastisch aber tragfähig und gut zu bearbeiten ist.

MAWAOberteil Bügel alt 1 [640x480]Die Hochblüte des Holzkleiderbügels dauerte bis zu den 50er Jahren.
Zu dieser Zeit nämlich genau im Jahre 1948 startete Martin Wagner mit seiner MAWA Metallwarenfabrik. Martin Wagner war ein Tüfftler und Erfinder und auf die Metallverarbeitung spezialisiert. Als er das Unternehmen gründete war er bereits Mitte vierzig.

Die ersten Räume des Unternehmens waren zur Untermiete in der Brauerei Pfaffenbräu in der Scheyerer Strasse bevor die Metallwaren 1950 in Prambach einem Nachbarort von Pfaffenhofen gefertigt wurden.
Zu dieser Zeit hatte die MAWA 10 Mitarbeiter und war auf die Fertigung von Haushaltswaren aus Metall ausgerichtet. Das Sortiment umfasste die Gemüsereibe, ein Papierschneideautomat, der hauptsächlich in Architektur- und Graphikbüros eingesetzt wurde und ab Mitte der 50er Jahre den ersten Hosenspanner.

Wer uns mit historischen Kleiderbügeln unterstützen will, kann sie uns gerne schicken:

MAWA GmbH
Stichwort Museum
Hohenwarter Str. 100
D-85276 Pfaffenhofen/Ilm

Wer vorab schon mal Bilder mailen mag, kann das an unsere E-Mail-Adresse info@mawa-kleiderbuegel.de tun. Bitte in Betreff als Stichwort “Museum” schreiben.

3 Kommentare zu „Ein Kleiderbügel-Museum in Pfaffenhofen“

  1. [...] (Januar 2010): Hier findet sich noch mehr über Kleiderbügel. #gallery-1 { margin: auto; } #gallery-1 .gallery-item { [...]

  2. Michael sagt:

    Ich hätte nie im Leben gedacht, dass es ein extra Kleiderbügel Museum gibt. Man lernt wirklich nie aus.

  3. ena duckart sagt:

    bin wirklich baff über die idee ein kleiderbügelmuseum zu eröffnen.toll möchte unbedingt mehr darüber wissen.

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